Lesetipp: Bergbau in Rodenberg

Es war das Jahr 1923, das Jahr der Hyperinflation. Kostete in Frühjahr ein Ei noch 200 Mark waren es Ende d. J. bereits 320 Mrd. Mark.
Die Inflation war eine Folge des verlorenen ersten Weltkriegs. Der kostete nicht nur sehr viele Menschenleben, sondern auch Unmengen an Geld. Geld was die Reichsregierung nicht hatte – aber man hoffte, den Krieg zu gewinnen und dann sollten die Verlierer die Zeche bezahlen.

Es kam bekanntlich anders und um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, brachte die Regierung mehr und mehr Geld in Umlauf, auch wenn es für die immer höhere Anzahl Banknoten keine materiellen Gegenwerte im Land gab. Dadurch begann der Teufelskreis der Inflation, die im Jahre 1923 ihren Höhepunkt erreichte.

Lesetipp: Bergbau in Rodenberg weiterlesen

Bürgerbrief = Bürgerrechte. Zur Geschichte der Bürgerbriefe in Rodenberg.

Bürgerbrief von 1919 für den Bergmann W. Gewecke, Grove Nr, 100, heute Masch 2

Kürzlich erreichte mich dir Frage, ob ich etwas zu den Rodenberger Bürgerbriefen wüsste. Ein Signal für mich, die mehrmonatige Sommer- und Beitragspause zu beenden …

In einzelnen Rodenberger Familien ist er noch vorhanden: Ein Bürgerbrief der Vorfahren, verliehen vom „Magistrat“ (Rat der Stadt) und unterschrieben vom jeweils amtierenden Bürgermeister.

Der Bürgerbrief war ein Dokument, welches in der Zeit zwischen dem Mittelalter bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts von vielen europäischen Städten und Kommunen auf Antrag erteilt wurde. Zugewanderten Bewohnern sollte die Möglichkeit zum Erwerb der vollen bürgerlichen Rechte zu gewährt werden.

Bürgerbrief = Bürgerrechte. Zur Geschichte der Bürgerbriefe in Rodenberg. weiterlesen

Wie alt ist das Haus?

Mit dem Alter ist das so eine Sache: Der/die Eine feiert zum dritten mal den 39. Geburtstag und der kleine Junge an der Supermarktkasse behauptet, schon längst 18 Jahre alt zu sein. Um das wirkliche Alter bei den Menschen festzustellen genügt ein Blick in den Personalausweis.

Nicht so bei Häusern. Sind sie jüngeren Baujahres – so um die 50 – 70 Jahre alt, lässt sich das an vielleicht noch vorhandenen Dokumenten festmachen. Ist das Haus über einhundert – oder gar 200 Jahre alt wird es schwer. Da helfen dann nur historische Unterlagen wie alte Ortspläne, Hausnummernlisten oder Chroniken.

Anlass für diesen Artikel ist ein immer mal wieder zum Verkauf stehendes Haus „Suntalstraße 2“, das Eckhaus zw. Suntalstraße und Bahnhofstraße. Als Baujahr wird auf der Verkaufsplattform das Jahr „1914“ angegeben.

Wie alt ist das Haus? weiterlesen

So gelingt die persönliche Energiewende ….

Der Klimaschutz – damit einhergehend auch die Schonung des eigene Portemonnaies – ist mir ein wichtiges persönliches Anliegen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf einige  Änderungen und Fördermöglichkeiten aus den letzten Monaten aufmerksam machen, die insgesamt geeignet sind den persönlichen CO² -Fußabdruck zu verkleinern.

  1. Stromverbrauch verringern mit Balkon- oder „Guerilla-“ PV Anlagen
  2. Eine eigene Ladestation („Wallbox“) nahezu kostenlos
  3. Das E-Auto im Leasing für 85€ im Monat
  4. PV-Anlagen: Steuern für Gewinne entfallen ab 2021!

So gelingt die persönliche Energiewende …. weiterlesen

Die Vorortgemeinde Mühlenstraße

Die Apotheke war eines der hübschesten Häuser am Ende der Vorderstraße; jenseits derselben lagen die großen Gemeindeländereien, mit der echt alt­deutschen Reduplikation, deren meine Heimatge­nossen sich wohl nicht mehr bewusst waren, „Gart­garten“ genannt, und zwischen beiden bildete die hier breiter fließende Aue die Grenze zwischen Stadt und Dorf. (Julius Rodenberg: Aus der Kindheit).

Die Apotheke, anschl. der Stadtgraben und das heutige Sparkassengebäude, damals noch ein Rest vom ehemaligen, über die Straße gebauten Rathauses.

Da hat uns J. Rodenberg ja wieder einige Rätsel mit auf den Weg gegeben …
Das von ihm als „eines der hübschesten Häuser am Ende der Vorderstraße“ bezeichnete Apo­theke ist natürlich das neoklassizistische Gebäude der heutigen und gerade umgebauten Apotheke.
Der Gartgarten, heute Standort der 1907 gebauten Julius-Rodenberg-Schule, war damals ein im Domänenbesitz befindliches Gartengelände. Die heutige Straße dort, „Im Jagdgarten“, mag ihren Namen in sprachlicher An­lehnung an den ehemaligen „Gartgarten“ (Haupt- oder zentraler Garten) bekom­men haben.
Der Begriff „altdeutsche Reduplikation“ (Verdoppe­lung) beschreibt die regelmäßige Anordnung der damaligen Kleingärten.

Die Vorortgemeinde Mühlenstraße weiterlesen

Gesehen in Rodenberg …

„Rodenberg am Deister – Klein Venedig“, eine Ansichtskarte aus der Zeit um 1910-1920. Doch etwas stimmt mit „Klein Venedig“ nicht. Die Ansichtskarte zeigt den Kirchdamm spiegelverkehrt, da offenbar das Negativ/die damalige Glasplatte falsch herum eingelegt war.
Das gleiche Negativ von 1918 (man beachte die (identischen) Kinder auf beiden Karten), diesmal richtig herum eingelegt und handkoloriert.
Beide Postkarten hat Fr. Oppermann, Rodenberg a. Deister hergestellt…

Die Rodenberger „Volkschule“ i. d. Baugewerkszeitung von 1912

„Wie die Großstädte, so sind auch die kleinen und kleinsten Städte jetzt bestrebt, dass Aussehen ihrer Schulen äußerlich würdig zu gestalten, um sie nach dem Maße ihrer Bedeutung von anderen Bauten abzuheben“

So beginnt der Aufmacher-Artikel der Baugewerks-Zeitung vom 13. Jan. 1912.

„Das kleine Städtchen Rodenberg an der Aue, mit 2000 Einwohnern, im Kreise Rinteln (…) hat ein solches Schulhaus erhalten, welches der Stadt Rodenberg gewiss zur Zierde gereicht (…). Die zwar einfachen, aber geschmackvollen Ziergiebelformen sind geeignet, dem Schulhause ein recht freundliches, aber auch zugleich würdiges Aussehen zu geben.“

Die Rodenberger „Volkschule“ i. d. Baugewerkszeitung von 1912 weiterlesen