Das Rodenberger Grabensystem …

… war bis zum ausgehenden Mittelalter ein wichtiger Teil der Verteidigungsanlagen der Stadt. Erst mit dem Ende des 30-jährigen Krieges, der Teilung von Schaumburg und der damit einhergehenden Entfestung der Burg Rodenberg hatte auch das Grabensystem seine Bedeutung verloren. Mithoff schreibt:

Bis ca. 1850 war der Stadtgraben – als einziger Nachlass der ehemaligen Stadtbefestigung – noch ziemlich vollständig erhalten. Er umzog in einer Breite von 32 Fuß (Anm.: ca. 10 Meter) denjenigen Teil Rodenbergs, welcher in früheren Zeiten die eigentliche Stadt, jetzige Altstadt, bildete.

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Der Stadtbrand 1859. Eine Aufarbeitung … Teil II/II

Am Abend des 05. November 1859 stand die Innenstadt Rodenbergs in hellen Flammen. Kein Ereignis davor und danach hat das ehemals mittelalterliche Bild der Stadt so verändert wie diese Brandkatastrophe.

Beschäftigte sich der erste Teil mit der Brandentstehung, -Ausbreitung und dem Eindämmen der Katastrophe, geht es in diesem Teil um die Zeit nach der Brandkatasrophe – also, wer kassierte wie viel von der Versicherung, wer spendete für die notleidenden Rodenberger und wer verteilte die Spenden?

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Stadtkirche: eine Korrektur und ein Auswanderer …

Im Beitrag „Eine Kirche für die Stadt!“  habe ich den Zusammenhang zwischen einer großzügigen Spende von einem Herrn J. H. Steiner zum Bau einer Stadtkirche und einer Entwurfsskizze mit Teilen des Schlosses  hergestellt.

Im gleichen Artikel habe ich um ein Exemplar des Büchleins „Bilder einer kleinen Stadt“, Band I gebeten, soweit jemand vielleicht eins davon über hat…

Diese Bitte wurde erhört! Ich habe nun das Büchlein, was allerdings dazu führt, dass ich meine Aussagen aus dem damaligen Artikel korrigieren muss. Die Fähigkeit zur Korrektur, also das Eingestehen von Fehlern, muss ein Historiker mitbringen. Alle noch so logischen, offensichtlichen und oft auch „gewünschten“ Zusammenhänge sind Augenblickserkenntnisse, die durch weitere Forschung, auch anderer, bestätigt oder relativiert werden (müssen).

Was ist noch wahr, was ist falsch? Stadtkirche: eine Korrektur und ein Auswanderer … weiterlesen

Ein Highlight für das Museum Bad Nenndorf …

Hier eine gemeinsam mit mir verfasste Pressemitteilung des Vereins Museum Bad Nenndorf e.V.:

Rodenberger überlässt dem Museum eine Landkarte aus dem Jahre 1790

Seit Mitte November verfügt das Museum in Bad Nenndorf über ein besonderes Highlight: Der Rodenberger Rudolf Zerries übergab im Beisein des Vorstandes des Vereins Museum Bad Nenndorf e.V. in den künftigen Räumlichkeiten des Museums eine Landkarte in Form eines handkolorierten Kupferstichs aus dem Jahre 1790.

Die Karte dokumentiert sehr detailreich den Wandel der damaligen Bauerndörfer Klein- und Großnenndorf zu dem heutigen Kurort. Hintergrund der Karte dürfte ein damaliges Orientierungsproblem sein: In den Jahren nach der Gründung des Badeortes Nenndorf logierte der Landgraf Wilhelm IX. wie auch die anderen Badegäste zunächst in der benachbarten Stadt Rodenberg, u.a. auf dem damaligen Schloss. Von Rodenberg aus verlief der Weg über das Dorf Grove in Richtung Horsten und hinter dem „Krater“ nach Klein Nenndorf. Für den besseren Transport der Gäste zwischen Rodenberg und Nenndorf ordnete der Landgraf um das Jahr 1795 den Bau der „Rodenberger Allee“ an, die auf der Karte noch nicht verzeichnet ist. Ein Highlight für das Museum Bad Nenndorf … weiterlesen

Der Stadtbrand 1859. Eine Aufarbeitung … Teil I/II

Am Abend des 05. November 1859 stand die Innenstadt Rodenbergs in hellen Flammen. Kein Ereignis davor und danach hat das ehemals mittelalterliche Bild der Stadt so verändert wie diese Brandkatastrophe.

Im letzten Jahr jährte sich das Ereignis zum 160sten Mal. Trotz durchwachsenen Wetter war die Resonanz auf einen damals angebotenen Stadtrundgang überwältigend. Berichtet habe ich hier und hier.

Das im letzten Jahr vorgetragene Hörspiel könnt ihr euch hier noch einmal anhören. Also: Kopfhörer aufsetzten, Augen schließen und 10 Minuten Gänsehautfeeling genießen.

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Eine Kirche für die Stadt!

„Rodenberg ist eine Stadt, die weder Schule noch Kirche hat …“.
Wer kennt ihn nicht, den wenig schmeichelhaften, aber noch immer zutreffenden Spruch. Tatsächlich befinden sich die Kirchen und auch die Schulen bis heute im ehemals selbstständigen Dorf Grove oder zumindest außerhalb der ursprünglichen Stadt.

Im Jahr 1914 gab es für die Stadtbewohner eine Chance zumindest das Kirchenproblem im Sinne der Stadt zu lösen. In der „Chronik der Pfarrei Rodenberg“, geführt von Pastor Wilh. Schoff (1908-1935 Pastor der ev. luth. Gemeinde Rodenberg) findet sich der folgende Hinweis: Eine Kirche für die Stadt! weiterlesen

Corona, Bierbuch und in eig. Sache …

Seit Ende letzter Woche ist auch der LK Schaumburg „Risikogebiet“ – soll heißen, bei mehr als 50 von 100.000 Einwohner hat der Test positiv angeschlagen. Dieses Verhältnis wird als „Inzidenzwert“ bezeichnet, der jeweils für einen Landkreis berechnet wird und erweiterte Maßnahmen hinsichtlich der Eindämmung der Pandemie zur Folge hat.

Ich habe mir „nur mal so“ den Spaß gemacht und tiefer in den LK Schaumburg geschaut. Stand heute (28.10.2020) sind in Stadthagen 69 Menschen mit Covid-19 infiziert. Betrachtet man die Stadt Stadthagen und alles was dazugehört allein (gut 22.000 Einwohner), liegt der Inzidenzwert für die Kreisstadt derzeit bei 310. Aber in der Samtgemeinde Rodenberg liegt er auch bei 88! Damit ist unsere Heimatstadt heute zweiter Spitzenreiter hinter Stadthagen. Corona, Bierbuch und in eig. Sache … weiterlesen

Das Waagehäuschen ist wieder da … !

Der Ein- oder Andere erinnert sich: Bis vor wenigen Monaten gab es eine nicht mehr so ganz intakte Brückenwaage in der Bahnhofstraße. Seit Anfang Febr. 2020 war sie wegen der damals anstehenden Bebauung verschwunden, bis sich nun ein neuer Ort fand: Auf einem privaten Grundstück in unmittelbarer Nähe zur alten Bahntrasse. Bei Sven Pasucha in der Deisterstraße 11 hat zumindest das alte Häuschen mit sehr schwere Eisenguss-Inhalt eine neue Heimat gefunden.

Wie sich nun anhand einer Balkeninschrift herausstellte, ist das Häuschen im Jahr 1881 errichtet worden, und damit noch deutlich vor dem Bau der Eisenbahn (1904) in Rodenberg. Das wäre dann noch mal zu recherchieren. Es liegt nahe, dass die Waage vorher schon an einem anderen Ort betrieben wurde …

Zusammenfassend: Lob und Dank an den Grundstückseigentümer, der dieses Stück Rodenberger Eisenbahngeschichte bewahrt hat!

Doch es gibt noch einen anderen Aspekt … Das Waagehäuschen ist wieder da … ! weiterlesen

Ist Julius Paul Reuter ein Rodenberger?

Am 21.09.2020 stand es schon im Zusammenhang mit Johan Anton Coberg in den Schaumburger Nachrichten: Julius Paul Reuter sei ein Kind Rodenbergs gewesen. Nun habe ich gestern den Redakteur auf seinen Irrtum aufmerksam gemacht, doch das war wohl zu spät, denn das gleiche stand heute im Schaumburger Wochenblatt.

Israel Beer Josaphat 21 July 1816 Kassel, Germany

Julius Paul Reuter ist der Gründer der Nachrichtenagentur REUTERS und ist 1816 in Kassel geboren. Damit dürfen wir einen „großen Sohn der Stadt“ gleich wieder abgeben. Aber wir haben mit J. A. Coberg ja gerade einen wiedergefunden …

Und doch es gibt eine Verbindung Reuters zu Rodenberg. Sogar im doppelten Sinn: Zur Stadt genauso wie zu Julius Rodenberg. Er war es, der diese Verbindung in seinem Buch „Aus der Kindheit“ (es gibt noch Restexemplare in der Deisterbuchhandlung!) beschrieb: Ist Julius Paul Reuter ein Rodenberger? weiterlesen

Vor 20 Jahren: Ankauf und Ausbau des Ratskellers

Die erste Etage. Blick in das „Turmzimmer“. Heute der obere Restaurantraum.

Das Jahr 2000 war ein aufregendes Jahr! Die etwas älteren Leser (> 30), hatten das seltene Glück eine Jahrtausendwende erleben zu dürften. In Hannover fand die EXPO 2000 statt – ein Jahrhundert-Ereignis für Deutschland und die Region, allerdings blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück.
Ich selbst partizipierte in meinem Job vom  „Jahr-2000-Problem“ – in IT-Fachkreisen auch „Y2K-Bug“ genannt.

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