Bürgerbrief = Bürgerrechte. Zur Geschichte der Bürgerbriefe in Rodenberg.

Bürgerbrief von 1919 für den Bergmann W. Gewecke, Grove Nr, 100, heute Masch 2

Kürzlich erreichte mich dir Frage, ob ich etwas zu den Rodenberger Bürgerbriefen wüsste. Ein Signal für mich, die mehrmonatige Sommer- und Beitragspause zu beenden …

In einzelnen Rodenberger Familien ist er noch vorhanden: Ein Bürgerbrief der Vorfahren, verliehen vom „Magistrat“ (Rat der Stadt) und unterschrieben vom jeweils amtierenden Bürgermeister.

Der Bürgerbrief war ein Dokument, welches in der Zeit zwischen dem Mittelalter bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts von vielen europäischen Städten und Kommunen auf Antrag erteilt wurde. Zugewanderten Bewohnern sollte die Möglichkeit zum Erwerb der vollen bürgerlichen Rechte zu gewährt werden.

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Wie alt ist das Haus?

Mit dem Alter ist das so eine Sache: Der/die Eine feiert zum dritten mal den 39. Geburtstag und der kleine Junge an der Supermarktkasse behauptet, schon längst 18 Jahre alt zu sein. Um das wirkliche Alter bei den Menschen festzustellen genügt ein Blick in den Personalausweis.

Nicht so bei Häusern. Sind sie jüngeren Baujahres – so um die 50 – 70 Jahre alt, lässt sich das an vielleicht noch vorhandenen Dokumenten festmachen. Ist das Haus über einhundert – oder gar 200 Jahre alt wird es schwer. Da helfen dann nur historische Unterlagen wie alte Ortspläne, Hausnummernlisten oder Chroniken.

Anlass für diesen Artikel ist ein immer mal wieder zum Verkauf stehendes Haus „Suntalstraße 2“, das Eckhaus zw. Suntalstraße und Bahnhofstraße. Als Baujahr wird auf der Verkaufsplattform das Jahr „1914“ angegeben.

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So gelingt die persönliche Energiewende ….

Der Klimaschutz – damit einhergehend auch die Schonung des eigene Portemonnaies – ist mir ein wichtiges persönliches Anliegen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf einige  Änderungen und Fördermöglichkeiten aus den letzten Monaten aufmerksam machen, die insgesamt geeignet sind den persönlichen CO² -Fußabdruck zu verkleinern.

  1. Stromverbrauch verringern mit Balkon- oder „Guerilla-“ PV Anlagen
  2. Eine eigene Ladestation („Wallbox“) nahezu kostenlos
  3. Das E-Auto im Leasing für 85€ im Monat
  4. PV-Anlagen: Steuern für Gewinne entfallen ab 2021!

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Die Vorortgemeinde Mühlenstraße

Die Apotheke war eines der hübschesten Häuser am Ende der Vorderstraße; jenseits derselben lagen die großen Gemeindeländereien, mit der echt alt­deutschen Reduplikation, deren meine Heimatge­nossen sich wohl nicht mehr bewusst waren, „Gart­garten“ genannt, und zwischen beiden bildete die hier breiter fließende Aue die Grenze zwischen Stadt und Dorf. (Julius Rodenberg: Aus der Kindheit).

Die Apotheke, anschl. der Stadtgraben und das heutige Sparkassengebäude, damals noch ein Rest vom ehemaligen, über die Straße gebauten Rathauses.

Da hat uns J. Rodenberg ja wieder einige Rätsel mit auf den Weg gegeben …
Das von ihm als „eines der hübschesten Häuser am Ende der Vorderstraße“ bezeichnete Apo­theke ist natürlich das neoklassizistische Gebäude der heutigen und gerade umgebauten Apotheke.
Der Gartgarten, heute Standort der 1907 gebauten Julius-Rodenberg-Schule, war damals ein im Domänenbesitz befindliches Gartengelände. Die heutige Straße dort, „Im Jagdgarten“, mag ihren Namen in sprachlicher An­lehnung an den ehemaligen „Gartgarten“ (Haupt- oder zentraler Garten) bekom­men haben.
Der Begriff „altdeutsche Reduplikation“ (Verdoppe­lung) beschreibt die regelmäßige Anordnung der damaligen Kleingärten.

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Gesehen in Rodenberg …

„Rodenberg am Deister – Klein Venedig“, eine Ansichtskarte aus der Zeit um 1910-1920. Doch etwas stimmt mit „Klein Venedig“ nicht. Die Ansichtskarte zeigt den Kirchdamm spiegelverkehrt, da offenbar das Negativ/die damalige Glasplatte falsch herum eingelegt war.
Das gleiche Negativ von 1918 (man beachte die (identischen) Kinder auf beiden Karten), diesmal richtig herum eingelegt und handkoloriert.
Beide Postkarten hat Fr. Oppermann, Rodenberg a. Deister hergestellt…

Die Rodenberger „Volkschule“ i. d. Baugewerkszeitung von 1912

„Wie die Großstädte, so sind auch die kleinen und kleinsten Städte jetzt bestrebt, dass Aussehen ihrer Schulen äußerlich würdig zu gestalten, um sie nach dem Maße ihrer Bedeutung von anderen Bauten abzuheben“

So beginnt der Aufmacher-Artikel der Baugewerks-Zeitung vom 13. Jan. 1912.

„Das kleine Städtchen Rodenberg an der Aue, mit 2000 Einwohnern, im Kreise Rinteln (…) hat ein solches Schulhaus erhalten, welches der Stadt Rodenberg gewiss zur Zierde gereicht (…). Die zwar einfachen, aber geschmackvollen Ziergiebelformen sind geeignet, dem Schulhause ein recht freundliches, aber auch zugleich würdiges Aussehen zu geben.“

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Abriss, Ampel und eine Ansage …

Vor zweieinhalb Jahren berichtete ich schon einmal an anderer Stelle zum Thema: Das ehemals selbstständige Dorf Grove verändert sein Gesicht. Zwei der damals erwähnten Gebäude sind schon abgerissen. Im Windschatten der „gefühlten“ Dauerbaustelle Grover Straße ist nun auch der „Hof Sieg“ dran.

Heute ist die Adresse die Grover Str. 45. In der alten Hausnummernliste ist das Grundstück als „Grove Nr. 30“ aufgeführt. Damit wissen wir, dass der Hof schon seit min. 1732 existiert, denn zu dem Zeitpunkt erhielten die damals bebauten Grundstücke erstmals (die alten) Hausnummern.

Als Besitzer sind die Familien Biesterfeld, Schuhmacher und als letztes die Fam. Sieg bekannt. Walter Sieg, gebürtig aus Schlesien, ist nach dem Krieg in Rodenberg hängen geblieben und heiratete die Tochter des damaligen Besitzers, Herma Schumacher. In den sechziger Jahren bewirtschaftete Walter Sieg noch einen landwirtschaftlichen Betrieb. Nicht immer reichte das für ein auskömmliches Einkommen, weshalb Walter Sieg schon 1950 ein Bestattungsunternehmen gründete. Dies hat mehrere Nachfolger gehabt und ist noch heute führend in Rodenberg. Abriss, Ampel und eine Ansage … weiterlesen

Gesehen in Rodenberg …

Ein Bild und eine Beschriftung. Mehr nicht.
Für die große Story reicht es oft nicht oder das Bild spricht für sich. Schöne, kuriose oder aufregende Fotos sollen hier im Mittelpunkt stehen.

Das ist eine neue Kategorie. Habt ihr selbst solche Bilder – vielleicht auch historische und meint, sie gehören hier hin? Immer her damit!
Ich beginne mal mit einem Schnappschuss …

Ein Paddler auf der Aue, gesehen am 13. Jan. 2018 an der Brücke am „Grünen Baum“. (klick für groß)

Der Münchhausenpark – ein Ausflugstipp

Nicht das mir die Rodenberger Themen ausgehen – aber auch unsere Nachbarorte haben eine eng mit der Stadt Rodenberg verbundene Historie und natürlich auch sehenswerte Gebäude und Natur.

Einen Blick möchte ich lenken auf ein Kleinod, einen weitgehend unbekannten und nicht ausgeschilderten Park, den Münchhausenpark in Apelern. Der Park ist frei zugänglich. Er fasziniert mich immer wieder durch seine große Dichte an Sehenswürdigkeiten in einer fast unberührten Natur.

Fahrräder und Autos lässt man am besten an der Kirche stehen. Dann geht man auf der Hauptstraße Richtung Süden und biegt rechts in die Schmiedestraße ein. In der Schmiedestraße hält man sich Richtung Westen, in Richtung der hohen Bäume entlang des Riesbachs.

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Zum 150. Todesjahr von Wilhelm Zahn.

Einer der letzten Briefe Goethes – er schrieb ihn zwölf Tage vor seinem Tod – war an den damals 31jährigen Maler, Architekten und Altertumsforscher Wilhelm Zahn gerichtet.

Wilhelm Zahn? Neben Julius Rodenberg, dem russische Hofrat und Sprachforscher Prof. Georg Böhling, dem Braumeister Kinkeldey, dem erst kürzlich wiederentdeckten J. Anton Coberg und dem Bankier Wilhelm Ludwig Deichmann ist auch der Goethe-Freund, Architekt und Pompeji-Forscher Wilhelm Zahn ein Rodenberger Kind.

Wikipedia schreibt zu Zahn: „Wilhelm Johann Karl Zahn (* 21. August 1800 in Rodenberg; † 22. August 1871 in Berlin) war ein deutscher Dekorationsmaler, Architekt und Ornamentforscher.“

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